Jede MD-Prüfung kostet Zeit, Personal und oft auch Erlöse. Wie stark ein Krankenhaus davon betroffen ist, hängt vor allem vom Anteil unbeanstandeter Rechnungen ab. Liegt er hoch, wird weniger geprüft. Sinkt er, steigen Prüflast und Rückforderungen deutlich an. Dafür reicht es nicht, auf einzelne Prüfungen zu reagieren. Häuser müssen ihre Prüfungen lückenlos überwachen, finanziell bewerten und bis auf die Ursache auswerten. Ein aussagekräftiges Berichtswesen wird damit vom Controlling-Werkzeug zum Steuerungsinstrument der Geschäftsführung.
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Wie sich die MD-Prüfquoten ab 2027 konkret verändern, haben wir in einem eigenen Artikel zusammengefasst: MD-Prüfquoten ab 2027 – die Weichen werden im laufenden Quartal gestellt. Dieser Artikel hier zeigt, wie sich die Folgen mit dem richtigen Berichtswesen steuern lassen.
Warum verlässliche Zahlen den Unterschied machen
- Die Prüfquote von morgen entsteht heute. Die Prüfergebnisse eines Quartals bestimmen die Prüfquote eines späteren Quartals. Offene Verfahren, Falldialoge und Fristen entscheiden deshalb schon jetzt, in welcher Stufe ein Haus landet.
- Wenige Prozentpunkte kosten viel Geld. Die Schwelle für die günstigste Prüfstufe liegt bei 80 % unbeanstandeter Rechnungen. Zwischen 79 % und 80 % liegt der Sprung auf eine deutlich höhere Prüfquote. Gegensteuern kann nur, wer seine Quote laufend kennt.
- Ursachen statt Symptome. Ob Verluste durch Fehlbelegung, Verweildauer oder Kodierung entstehen, zeigt erst die Analyse nach Fachabteilung und Fall.
- Eine gemeinsame Datenbasis. Geschäftsführung, Medizincontrolling und Chefärzte müssen dieselben Zahlen sehen, um schnell und abgestimmt zu entscheiden.
Das Berichtswesen zum MD-Management von Planorg
Die Planorg Informatik GmbH bündelt die MD-Steuerung in drei Berichten, die aufeinander aufbauen. Erstens: Wo steht das Haus? Zweitens: Was kostet es? Drittens: Woran liegt es? Alle drei Berichte lassen sich auf drei Ebenen auswerten: nach Kostenträger, nach Fachabteilung und bis zum einzelnen Fall.
1MD-Prüfquoten: Frühwarnung statt Überraschung
Der Bericht überwacht laufend die Prüfquoten und den Anteil unbeanstandeter Rechnungen je Quartal. So erkennt das Haus frühzeitig, ob es sich einer kritischen Schwelle nähert. Die Sicht je Krankenkasse zeigt, bei welchen Kostenträgern das Risiko steigt. Die Sicht je Fachabteilung zeigt, welche Bereiche die Quote nach unten ziehen. Aus diesem Bericht ergibt sich, ob kurzfristig gehandelt werden muss, etwa bei offenen Verfahren oder laufenden Falldialogen.
2MD-Statistik: Die finanziellen Folgen transparent machen
Die MD-Statistik bewertet das Prüfgeschehen in Euro: Erlösminderungen, Rückzahlungen, Aufschläge und Aufwandspauschalen. Damit wird aus einer abstrakten Quote eine konkrete Zahl für die Geschäftsführung. Sie sieht, wie viel Erlös die MD-Prüfungen kosten, bei welchen Kassen sich die Verluste häufen und wie sich die Belastung über die Zeit entwickelt. Diese Zahlen sind die Grundlage für Budgetplanung und für Prioritäten im Medizincontrolling.
3MD-Prozesskennzahlen: Die Ursachen finden
Der dritte Bericht geht in die Tiefe. Er analysiert Prüfgründe und Korrekturgründe sowie Dissens- und Konsensfälle. So wird sichtbar, welche Prüfanlässe in welcher Fachabteilung immer wieder auftreten und wo Dokumentation oder Kodierung ansetzen müssen. Zugleich zeigt er, welche Widersprüche Aussicht auf Erfolg haben und wo sich der Aufwand lohnt. Auffällige Fälle lassen sich direkt aufrufen und mit den verantwortlichen Ärztinnen und Ärzten besprechen.
Ein Berichtswesen für alle Beteiligten
So entsteht ein fester Steuerungskreislauf. Die Prüfquoten zeigen, wo Handlungsbedarf besteht. Die Statistik beziffert die Folgen. Die Prozesskennzahlen führen zu den Ursachen. Wer die drei Berichte regelmäßig gemeinsam bespricht, kann Maßnahmen gezielt ansetzen und ihre Wirkung im nächsten Quartal messen.
| Rolle | Leitfrage | Was das Berichtswesen liefert |
|---|---|---|
| Geschäftsführung | Wie hoch ist unser Risiko, und was kostet es? | Prüfquoten und finanzielle Folgen je Krankenkasse auf einen Blick |
| Medizincontrolling | Wo entstehen die Beanstandungen, und was tun wir dagegen? | Prüf- und Korrekturgründe je Fachabteilung, direkter Zugriff auf den Einzelfall |
| Chefärztinnen und Chefärzte | Was betrifft meine Abteilung? | Die Kennzahlen und auffälligen Fälle der eigenen Fachabteilung |
| Finanzen | Welche Beträge müssen wir einplanen? | Erlösminderungen, Rückzahlungen und Aufwandspauschalen als Planungsgrundlage |
Fazit: Jetzt die Datenbasis schaffen
Die Abrechnungsqualität entscheidet direkt über Prüflast und Erlöse. Krankenhäuser, die ihre Prüfquoten laufend überwachen, die finanziellen Folgen kennen und die Ursachen bis in den einzelnen Fall analysieren, behalten die Kontrolle. Sie steuern ihr MD-Management aktiv, statt nur auf Prüfungen zu reagieren.
Wie das MD-Berichtswesen mit Leistungs- und Erlösdaten zusammenspielt, zeigen die Seiten Kosten- und Erlösmanagement und Leistungscontrolling von BI.healthcare.
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